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Interview mit Christian Kirschstein
08.05.21, 17:18
In diesem Interview sprechen wir mit dem Pianisten Christian Kirschstein in welchen Situationen ein Pianist am besten geeignet ist.
Hallo Christian, du trittst ganz simpel mit deinem Piano auf. Welche Art von Musik bekommen deine Zuhörer damit zu hören und welche Veranstaltungen bespielst du damit?
Ich begleite Firmenevents, Dinner, Hochzeiten und Feiern mit Klaviermusik, je nach Atmosphäre auch mit Gesang. Die Musik ist stilvoll und angenehm, das Repertoire besteht meistens aus Jazz- und Swingklassikern sowie zeitlosen Pophits der letzten Jahrzehnte. Ich werde überall dort gebucht, wo ein niveauvoller und zugleich unterhaltsamer musikalischer Rahmen gebraucht wird.
Du sagst selbst, dass sich deine Musik perfekt für die Hintergrund-Untermalung eignet. Hast du dich ausschließlich darauf spezialisiert?
Ich habe auch eine konzertante Showeinlage, wo ich am Piano Songs aus der Swing-Ära im Frank-Sinatra-/Dean Martin-/Fred Astaire-Stil singe - die meisten Engagements sind allerdings Background-Gigs, bei denen ich eine große Bandbreite bedienen kann, von leise dezentem Dinnerpiano bis stimmungsvolle Barmusik mit Gesang.
Dein Handwerk hast du an der Berliner Musikhochschule gelernt. Dabei stand neben dem klassischen Unterricht auch Jazz auf deinem Stundenplan. Warst du schon immer Jazz-Fan? Wie hat sich das ergeben?
Als Kind begann ich mit Klassik, dann hörte ich zufällig einen Boogie Woogie Pianisten. Mein Vater schlug vor, bei diesem mal eine Stunde zu nehmen – von da an interessierte mich das freie Spiel und die Improvisation mehr als das Spiel von Noten. Durch die klassische Ausbildung lernte ich allerdings einen differenzierten, sensiblen Anschlag, der mir erlaubt die verschiedensten Stimmungen zu erzeugen.
"Für viele Künstler jeder Art ist die Coronakrise eine existenzielle Katastrophe...
Was muss ein Veranstalter beachten, wenn er sich einen Klavierspieler wie dich engagiert?
Ein Veranstalter, der sich für Piano-Untermalung entscheidet, sollte zunächst anfragen, ob in der Location ein bespielbares Piano/Flügel vorhanden ist, ob dieser regelmäßig gespielt wird und wann er zuletzt gestimmt wurde. Er sollte über die Räumlichkeiten Bescheid wissen (ungefähre Raumgröße, Raumform), sowie über die ungefähre Gästezahl. Darüberhinaus sollte er sich entscheiden, ob er auch die Option Gesang wahrnehmen möchte (oft am späteren Abend eine schöne Steigerung). Dann kann ich ihn über die akustischen Anforderungen beraten, ob mein Equipment ausreicht (Digitalpiano, Gesangsanlage bis ca. 150 Personen) oder ob eine Technikfirma engagiert werden sollte. Hier kann sich der Veranstalter dann noch überlegen, ob ich ebenerdig oder auf einer Bühne spielen soll.
Du kannst in der aktuellen Corona-Krise als Solo-Künstler zwar problemlos proben, aber Auftritte sind wahrscheinlich durchaus betroffen. Taufen und Trauungen finden aber auch in Bayern ab und zu statt. Spielst du derzeit noch oder wurde alles abgesagt?
Für viele Künstler jeder Art ist die Coronakrise eine existenzielle Katastrophe, da ja monatelang keine Veranstaltungen stattfinden konnten. Die einzigen Auftrittsmöglichkeiten sind momentan kleine Privatfeiern, alles andere ist abgesagt.
Leider eine ziemliche Tragödie...Abschließend die Frage: Was wünscht du dir für die musikalische Zukunft? Gibt es etwas, was du dir unbedingt vorgenommen hast?
Zuerst hoffe ich natürlich, dass Veranstaltungen irgendwann wieder normal ablaufen können und wir Musiker wieder unseren Lebensunterhalt verdienen können. Dann wünsche ich mir, mit meinem neuen Duo (Saxofon Michael Hornstein) gute Jobs zu bekommen. Toll wäre auch mal ein Film- oder Fernsehauftritt als Barmusiker….
Dann wünschen wir dir viel Erfolg für die Zukunft!
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